Manchmal braucht es keine Richtung. Nur ein ehrliches Jetzt.
Ich male, seit ich mich erinnern kann. Schon als Kind war Malerei mein Raum, mein Rückzugsort, mein Ausdruck. Ich habe mich auf den Weg gemacht – über eine Kunstschule, über mehrere berufsbegleitende Studiengänge, über mehr als 25 Jahre Fortbildung bei großartigen Künstlerinnen und Künstlern. Immer suchend. Immer vertiefend.
Lange glaubte ich, ich müsste konsequent sein. Serien schaffen. Mich festlegen. Mich „festmalen“. Denn wer ständig neue Wege geht, gilt schnell als sprunghaft.
Doch heute weiß ich: In der Kunst ist es für mich wie im Leben. Sehen. Fühlen. Reagieren.
Eventuell loslassen, zuhören, neu beginnen.
Nicht ich gebe den Takt vor – das Leben tut es. Und ich antworte mit Gesten, mit Farben, mit im Moment sein und optimalstenfalls der Neugier und Unbeschwertheit eines Kindes (was mir natürlich auch nicht immer gelingt).
Ich arbeite tief aus meiner Geschichte heraus. Meine Bilder entstehen aus Erinnerungen, aus Wunden, aus Staunen, aus Stille. Ich male nicht, um etwas darzustellen. Ich male, um da zu sein. Ganz. Echt. In Resonanz mit dem was gerade da ist.
Nur wenn ich bei mir bin – wirklich bei mir – kann Wahrhaftigkeit entstehen.
In der Kunst.
Und im Leben.